
Ich hatte letztens die gelegenheit mit Marcus B. zu quatschen. Da ich die Workspaces Serie ziemlich vernachlässigt hatte gibts jetzt ein schönes feature mit Ihm. Soviel ist verraten: Er hatte richtig viel zu erzählen! Wer Marcus B. nicht kennt sollte sich seine Produktionen für die Funkverteidiger anhören oder sich direkt das neue Sendemast Album besorgen. Enjoy!

Wer bist du? Was machst du?
Yo! Mein Name ist Marcus B. und ich produziere HipHop Musik.
Wie kamst du zum produzieren? Was hast du alles produziert?
Angefangen habe ich vor knapp 12 Jahren in Magdeburg, wo ich auch Pierre Sonality kennengelernt habe. Seitdem arbeiten wir beiden auch schon zusammen. Meine letzte Produktion war das “STATE OF FLAVOUR” Album der Sendemast Jungs um The Finn, Ronny Montecarlo und eben Pierre Sonality. Ich denke an der Platte sassen wir gut und gern 3 Jahre. Wir haben uns echt oft gesehen in der Zeit, hingen mit Schnappes, Pizza und Piff vor Plattensammlungen und definierten unseren Sound Stück um Stück. Das war ne ziemliche Arbeit, jedoch sind wir uns jetzt alle sicher dass wir genau das hinbekommen haben was jedem einzelnen vorschwebte. Und ja, wir haben unterwegs echt nen ganzen Haufen Tracks in den Müll geworfen. Haha.
Könntest du deinen Producer werdegang etwas beschreiben? Welches Equipment etc.?
Begonnen habe ich damals ganz klassisch mit einem Atari TT, dem Boss Doctor Groove, einer SP 303, ner Tascam Bandmaschine und irgendeinem schrottigen Mixer. So geil ich das Equipment heute finde, die Beats waren richtiger Müll. Irgendwann hab ich das Zeug alles wieder verhökert und mir nen Tower PC mit Fruity Loops zugelegt. Dadurch wurden die Beats erstmal
auch nicht besser, aber ich hab den Wert von Hardware zu schätzen gelernt. Haha. Mit der Produktion des Albums “Kein HipHop Fame” ging es eigentlich erst wirklich los bei mir. Pierre hatte die Idee ein Soloalbum zu machen und wir setzten uns einfach dran. Da wir, wie ich oben schon meinte, sehr gut miteinander auskommen, ging die Arbeit daran auch locker von der Hand. Unmittelbar danach sassen wir auch schon in einer grösseren Runde an “Pierre Sonality und die Funkverteidiger”, dem ersten FV Crewalbum, auf dem ich viele Beats unterbringen konnte die ich nach wie vor als einige meiner Besten sehe.
Arbeitest du heute immer noch mit Fruity Loops?
Heute arbeite ich mit Ableton Live, nem USB Keyboard, einer KORG TRITON und nem Schallplattenspieler zum Samplen. Der Sound hat sich dadurch nicht verändert, zumindest nicht negativ. Zum Ende kommt es ja darauf an was du für Samples diggst und mit welchen Flow du an die Arbeit herangehst. Ich für meinen Teil beginne damit, dass ich mir nen paar koole Drums suche und erstmal einen Loop baue der rollt. Die Drums sind die halbe Miete. Gerade steh ich voll auf schöne Flächen die ich mithilfe von HiPass Filtern baue. Dann hier und da noch etwas Ghettohorns rein die mit einem schönen Echo im Raum stehen und und und…natürlich geht da noch mehr, aber das wird mein Geheimnis bleiben. Ab und an mache ich auch ganz verrücktes Zeug auf dem ich sogar singe. Das kommt aber nie raus. Hoffe ich.
Beatbauen ist für mich eine sehr meditative Sache. Jedoch bin ich nicht der SAE Student der sich hinstellt und dir stundenlang erklärt auf welche Frequenzbereiche du achten musst. Davon hab ich ehrlich gesagt überhaupt keine Ahnung, aber mein Freund Mister Lipster rettet mir oft den Arsch. Ihn kenne ich aus der Zeit in Leipzig durch einen ehemaligen Freund, der heute mit Rap soviel zu tun hat wie ich mit der dicken Kohle aus dem besagten GAME. Wenn Lipster und ich zusammen sitzen, können wir sogar schon über Dinge reden die nichts mit HipHop zu tun haben oder ne Soul Platte hören. HE IS THE SHIT, wie ich gern zu sagen pflege. Dieser Dude hat alles was ihr je von mir gehört habt gemischt und teilweise auch gemastert. BIG UP für den!
Wann gibts neue Marcus B. Beats zu hören?
Momentan sitze ich an “Kein HipHop Fame 2” und schraub mir die Finger wund. Das wird um längen besser als das alte Ding. Nebenbei mach ich hier und da mal nen Remix oder bastle für befreundete Rapper, wie zum Beispiel Mase und The Finn, Beats für ihre geplanten Soloalben. Ach ja, und natürlich ist schon ne ganze Menge Stuff für das zweite FV Album hier auf der Festplatte. Mittlerweile war die ganze Rapperfraktion der Funkis schon zweimal hier und wir haben selbstverständlich en masse recordet.
Gibt es sonst noch etwas?
Wenn ich im Studio bin trinke ich gern Milchkaffee, rauche nen Piff und trage meinen Dinosaurierpullover. Den mag ich sehr und er gibt mir den nötigen Flavour. Die Dinosaurier sind meine grossen Vorbilder. Schade dass sie tot sind. Amen.
Danke Marcus B.!
